Ein Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurs für Frauen, nach dem Trainingskonzept des WenDo, enthält Techniken und Übungen, die speziell von Frauen für Frauen entwickelt wurden, um Gewalt zu verhindern und die einzelnen Teilnehmerinnen zu stärken. Er ist eine Mischung aus Übungen der Selbst- und Fremdwahrnehmung, Körperarbeit, Achtsamkeit, Techniken der Selbstverteidigung, Befreiungstechniken und Entspannungsübungen. Teil des WenDo-Kurses ist auch die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema „Gewalt“, mit seinen vielfältigen und zum Teil subtilen gesellschaftlichen Erscheinungsformen, in Tradition, im Alltag oder im Beruf. Einzelne Situationen werden diskutiert und auch im Rollenspiel erarbeitet. Spaß, Entspannung und ein vertrauensvolles Klima in einer frauenhomogenen Gruppe gehören zum Kurs dazu. WenDo heißt „Weg der Frau“. Die Kurse sprechen Frauen auf unterschiedlichen Ebenen an und wirken nach, kraftvoll und individuell. Einerseits sieht sich jede einzelne Frau auf ihrem eigenen Weg des Lernens und doch teilen alle die Erfahrung des Frauseins in unserer Gesellschaft.
Seit der Frauenbewegung in den 1970er Jahren wird Gewalt gegen Frauen nicht mehr als „Einzelfall“ gesehen, sondern als gesellschaftliches Problem.
Gewalt gegen Frauen hängt mit Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zusammen. Diese Ungleichheit betrifft Frauen unterschiedlich stark – je nach weiteren Diskriminierungen (z. B. Herkunft, Behinderung, soziale Lage).
Gewalt beginnt nicht erst bei schweren Übergriffen.
Sie zeigt sich auch in sexistischen Sprüchen, Catcalling, sexueller Belästigung und in Partnerschaftsgewalt.
Viele Frauen leben mit der Angst vor Grenzverletzungen. Das ist kein individuelles Problem, sondern Teil ihrer Lebensrealität.
Oft beginnt Gewalt mit scheinbar kleinen Dingen, wie abwertende Kommentare, unerwünschte Berührungen und respektloses Verhalten.
Diese Grenzverletzungen hängen mit größeren Formen von Gewalt zusammen. Sie entstehen durch starre Rollenbilder und Ungleichheit.
Wenn Frauen lernen, diese „kleinen“ Übergriffe ernst zu nehmen und sich dagegen zu wehren, kann das Eskalationen verhindern und die eigene Lebensqualität deutlich verbessern.
Gewalt passiert meist nicht zufällig. Oft zielt sie darauf ab, andere abzuwerten oder einzuschüchtern. Täter*innen nutzen Unsicherheit oder versuchen, sie herzustellen.
Viele Frauen wehren sich erfolgreich, wenn sie wissen, wie Grenzverletzungen funktionieren, welche Strategien Täter*innen nutzen und wie Erwartungen durchbrochen werden können.
Erfolgreiche Abgrenzung hängt nicht vom guten Willen der anderen Person ab, sondern von der eigenen Entscheidung, die eigenen Grenzen zu schützen.
Es geht nicht nur darum, im Notfall reagieren zu können.
Es geht darum, sich der eigenen Möglichkeiten bewusst zu werden:
Ziel ist es, selbstbewusst durchs Leben zu gehen –
mit Vertrauen in die eigene Entscheidungsfähigkeit und die eigene Stärke.
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